Autoren-Interview


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Willkommen auf der Autoren-Interview-Homepage mit Wolfgang Brunner

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    Interview


    Name
    Wolfgang Brunner

    Alter und Wohnort
    Geboren 1964, lebt in Hamminkeln

    Internet
    www.wolfgangbrunner.de

    Welche/s Berufsausbildung / Studium besitzen Sie?
    Ich bin gelernter Bürokaufmann, habe mich aber schon nach der Ausbildung in verschiedenen Branchen „herumgetrieben“. Den Anfang machte eine Versicherung für Speditionen und Transportunternehmen, bei der ich dann auch einige Jahre eine Außenstelle in Rosenheim leitete. Danach verschlug es mich in die Reisebranche, wo ich sehr schnell die Geschäftsführung bei einem Spezialveranstalter für Reisen nach Australien, Neuseeland, Südafrika und Südsee übernahm. Nach dem Umzug nach Berlin im Jahr 2001 wechselte ich wieder ins „einfache“ Angestelltenverhältnis und arbeitete in einem „normalen“ Reisebüro. In jener Zeit erwuchs wieder der Wunsch, den Weg eines Schriftstellers zu gehen, sodass ich bald zu einer Teilzeitstelle wechselte, um mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Heute widme ich mich den größten Teil meiner Zeit dem Schreiben und gehe nur noch einer geringfügigen Beschäftigung im Einzelhandel nach, die mir, außer dem willkommenen Effekts eines zusätzlichen Nebenverdienstes, Abwechslung und Kontakt zu Menschen schafft.

    Was/Wer hat Sie zum Schreiben gebracht?
    Ich schrieb schon als Zwölfjähriger, wenn auch nur kleinere Geschichten und Gedichte. Der Wunsch, Autor zu werden, wuchs schon im Teenageralter in mir heran, wurde aber, wie so viele Pläne in diesem Alter, wieder verworfen und für lange Zeit nicht weiter verfolgt. Erst die Begegnung mit Michael Ende, dem Autor der „Unendlichen Geschichte“, ließ den Keim dieses ursprünglichen Berufswunsches wieder sprießen. Letztendlich kann ich sagen, dass seine Worte und Tipps es waren, die mich dazu bewogen haben, den Weg Schriftsteller zu werden, einzuschlagen. Außer ihm haben natürlich noch bestimmte Autoren diesen Schritt nicht unerheblich beeinflusst: Richard Adams, Jules Verne, Karl May, Stephen King, Clive Barker, Samuel R. Delany, Iain Banks, Greg Bear, Gregory Benford, Philip K Dick, Arthur C. Clarke, Stephen Baxter, John Irving, Tad Williams, Dan Simmons, Isaac Asimov und … und … und ...

    Wie haben Sie das Schreiben gelernt?
    In erster Linie durch Lesen. Ich habe als Kind gelesen, als Teenager und natürlich auch als Erwachsener. Irgendwie war immer ein Buch in meiner Nähe. Wenn ich ehrlich bin, halte ich von Schreibkursen etc. nicht viel. Ein Autor sollte die Kunst des Schreibens nicht aus der Konserve lernen, sondern seinen eigenen Schreibstil finden und behalten. Ich würde mir zum Beispiel von niemandem vorschreiben lassen, wie ich meine Geschichte oder die Charaktere aufzubauen habe. Es ist meine Geschichte und sind meine Personen, die ich agieren lasse. Ich halte mich nicht an „Regeln“ wie Anfangs-, Haupt- und Mittelteil. Meine Romane sollen die gleiche, spontane Dramaturgie wie mein Leben haben. Intuitiv versucht ein Schriftsteller doch sowieso, den Spannungsbogen so zu gestalten, dass dieser auf den Leser wirkt. Ich bin nicht sicher, ob man das Gespür, gute Bücher zu schreiben, wirklich „trocken“ erlernen kann.

    Wie kamen Sie zu diesem Thema?
    Ich denke, die Themen der eigenen Romane kommen irgendwann zu einem und nicht umgekehrt. Meist sind es Ereignisse oder Interessensgebiete, denen man ohnehin seine Aufmerksamkeit auch außerhalb der Schriftstellerei widmet. Bei den eher „belanglosen“ Themen, die weniger recherchebedürftig sind, kommen Inspirationen aus Filmen, Musikstücken oder gar anderen Büchern zum Tragen. Ich meine den Begriff „belanglos“ in diesem Zusammenhang übrigens in keiner Weise abwertend.
    Meine Cryptanus-Reihe behandelt zum Beispiel die Themen „Leben nach dem Tod“ und „Sterben“, weil ich mich über mehrere Jahrzehnte damit auseinandergesetzt habe und diese noch immer tue. Das Thema „Klonforschung“ für meinen vierten Roman „Nachtzug“ hingegen war einerseits Mittel zum Zweck für die Handlung, beinhaltete aber gleichzeitig wiederum meine eigene Bestürzung darüber, dass sich der Mensch anmaßt, in den Verlauf der Natur einzugreifen. Wie gesagt, ich komme selten zu diesen Themen, sondern sie kommen (oder kamen schon vor langer Zeit) zu mir.

    Wie gestalten Sie das Schreiben? Was ist Ihnen wichtig?
    Schreiben ist für mich Entspannung, aber oft auch ein wilder Akt der Schöpfung, je nachdem, an welcher Geschichte und Szene ich gerade arbeite. Als Ritual kann ich ohne weiteres meine Eigenheit in Bezug auf Musik nennen. Zu jedem Roman suche ich mir passende Lieder aus, die die Stimmung der Geschichte, die in meinem Kopf ja schon existiert, wiedergibt. Ich stelle mir dann, bevor ich den Roman zu schreiben beginne, einen „Soundtrack“ zusammen, der aus zwei bis drei CDs besteht. Diese CDs (und nur diese!) höre ich dann während des gesamten Schreibprozesses. Diese Musik bringt mich in die entsprechende Stimmung und verhilft mir immer wieder schnell, in die Geschichte hinein zu kommen. Ich schreibe am PC, benutze aber nebenbei auch handgeschriebene Zettelchen und mittlerweile völlig zerfledderte Notizbücher, um spontane Ideen festzuhalten. Redigiert wird dann mit Fineliner auf ausgedrucktem Manuskript, also nicht am PC.

    Wie wird die Geschichte gefunden?
    Meine Geschichten finden ihren Anfang meistens in einem Liedtext, einer Begebenheit des Alltags, einem Traum oder einem wirklich spontanen Gedankenblitz, der mich aus heiterem Himmel aus oft unerfindlichen Gründen heimsucht. Die Ideen meiner Romane reifen aber in der Regel über einen längeren Zeitraum und setzen sich aus verschiedenen Puzzleteilen zusammen, die ich über Monate und manchmal sogar Jahre sammle.

    Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte?
    Ich bin jemand, der nur einen groben Handlungsverlauf im Kopf hat, bevor er zu schreiben beginnt. Als Spontanschreiber möchte ich mich nicht gerne in einen festgelegten Plot gefangen nehmen lassen, denn um sowohl der Geschichte als auch den Figuren ein glaubhaftes Leben einhauchen zu können, möchte ich ihnen (und daraus resultierend mir) die Möglichkeit schaffen, sich innerhalb der Erzählung zu entwickeln. Deswegen empfinde ich ein striktes „Storyboard“, wie es bei Filmen gemacht wird und oft von Schreibwerkstätten empfohlen wird, eher störend.

    Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
    Wieso sollte ich aufgeregt sein? ;-) Der erste Satz steht meistens schon in der Geburtsstunde der Idee in meinem Kopf fest. Manchmal fällt der Einstieg in eine Geschichte schwerer als sonst, aber von Aufregung kann da nicht die Rede sein. Viele sagen, der erste Satz sei wichtig. Ich denke eher, die ersten Sätze sind bedeutend, um damit das Interesse von LeserInnen zu wecken. Um aber auf die eigentliche Frage zurückzukommen: ich freue mich eher auf den Beginn einer neuen Geschichte, als dass ich nervös wäre.

    Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
    Den Gedanken an eine Veröffentlichung verwarf ich erst einmal mit Mitte Zwanzig wieder, als Michael Ende, Autor der „Unendlichen Geschichte“ zu mir sagte, ich solle erst einmal jeden Gedanken an das Publizieren meiner Werke vergessen, bevor ich von meinem Ergebnis nicht hundertprozentig überzeugt wäre. Erst 2008, als eine Testleserin die Rohfassung meines Romans „Cryptanus - Der Geruch des Todes“ las und völlig begeistert war, begann ich wieder über eine etwaige Veröffentlichung ernsthaft nachzudenken.

    Wie haben Sie einen Verlag gefunden?
    Die Verlagssuche entpuppte sich als schier unlösbare Aufgabe, als eine Absage nach der anderen in meinem Briefkasten landete und nur zwielichtige Unternehmen Interesse an meinem „Meisterwerk“ bekundeten. Ich denke, die Ausdauer, immer wieder Manuskripte auf die Reise zu schicken, hatte sich irgendwann dann doch ausgezahlt. Es genügt nicht, einen Roman zu schreiben. Man muss ihn auch „verkaufen“ können.

    Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
    Mein Hauptaugenmerk liegt mittlerweile auf meiner schriftstellerischen Tätigkeit, d.h. an den Tagen, an denen ich nicht meinem „Brotjob“ nachgehe, widme ich mich voll und ganz den Belangen des Schreibens. Dazu gehören dann auch Dinge wie Redigieren, Lesungen vorbereiten und andere „Backoffice“-Arbeiten. Normalerweise schreibe ich vier bis fünf Stunden am Vormittag und kümmere mich dann den Rest des Tages um die anderen Dinge. Wenn es allerdings gut läuft, schreibe ich auch schon mal den ganzen Tag. Zusammen mit meiner Lebensgefährtin Marion Gallus beschäftige ich mich dann auch des öfteren nach „Feierabend“ noch mit meinen Manuskripten und dazugehörigen Belangen.

    Leben Sie davon oder haben Sie noch einen anderen Beruf?
    Momentan gehe ich noch einem „Brotjob“ in einem Haushaltswaren-Discounter nach. Das hat zum einen den Nebeneffekt, noch etwas dazu zu verdienen, zum anderen bietet sich mir aber auch die Möglichkeit, auf viele Menschen zu treffen, mit denen ich mich dann natürlich auch unterhalte. Oft führen dann solche augenscheinlich nebensächlichen Gespräche zu Inspirationen, die ich für die eine oder andere Geschichte verwenden kann. Ich empfinde diese Tage, an denen ich einer anderen Arbeit nachgehe, als willkommene Abwechslung, um auch einmal den wirren Gedankengängen, die einem Autor manchmal zu eigen sind, zu entkommen.

    Vermitteln Sie Ihre (Schreib-)Kenntnisse und Erfahrungen z. B. in Form von Kursen weiter?
    Ich sehe keinen Grund, dies zu tun.

    Welchen Stellenwert nimmt das Schreiben bei Ihnen ein?
    Einen sehr hohen! Schreiben ist für mich nicht nur Hobby und Beruf in einem, sondern auch eine Erfüllung, schöpferisch und kreativ zu sein. Das Schreiben und auch alles, was damit zu tun hat, nimmt mich den ganzen Tag auf positive Weise in Besitz. Es ist für mich nicht vorstellbar, keine Möglichkeit zum Schreiben zu haben. Das heißt nicht, dass ich permanent arbeite, aber die Möglichkeit muss gegeben sein, sonst werde ich unruhig.

    Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
    Es passiert selten, dass ich stocke und überhaupt nicht mehr weiterkomme. Wenn es allerdings doch einmal so weit ist, gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten: entweder ich höre mit dem Schreiben auf oder ich widme mich ganz einfach einem anderen Projekt. Oft reagiere ich mich ab, indem ich an einer Kurzgeschichte schreibe, um auf andere Gedanken zu kommen. Im Normalfall funktioniert es und ich kann ein paar Stunden später oder am nächsten Tag wieder an der aktuellen Geschichte weiter schreiben.

    Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
    Meine Hobbys beschränken sich genau genommen auf fünf Dinge: Schreiben, Lesen, Musik, Filme und lange Spaziergänge bzw. Gespräche. Des Weiteren gilt meine Leidenschaft der „Titanic“ und das nicht erst seit dem grandiosen Film von James Cameron, und dem „Leben nach dem Tod“. Letzteres Thema spielt in meiner Cryptanus-Reihe eine große Rolle und ersteres wird ein kleiner Bestandteil eines Romanprojekts werden, das aber in weiter Ferne liegt und noch nicht zur Debatte steht. Da ich nicht fernsehe, kann ich mich diesen Dingen ausgiebig widmen und mit meiner Lebensgefährtin fast jeden Abend stundenlange Gespräche darüber führen. Ich habe das Glück, dass meine Partnerin in etwa die gleichen Interessen hat und wir uns dadurch auch in dieser Hinsicht perfekt verstehen und ergänzen.

    Wie verbringen Sie Ihren Urlaub?
    Während ich früher oft Urlaub im Mittelmeerraum verbracht habe, beschränke ich mich die letzten Jahre auf eher untypische Orte in Deutschland, Städtereisen oder gar Entspannung zu Hause. Entgegen aller Behauptungen, letzteres würde nicht funktionieren, kann ich nur sagen, dass es bei mir hervorragend klappt.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch?
    Für die Zukunft wünsche ich mir zu allererst ein glückliches und zufriedenes Privatleben. Danach kommt natürlich die Schriftstellerei, von der ich mir einfach nur wünsche und erhoffe, dass sie mir erhalten bleibt. Pläne habe ich genug! ;-) Wenn ich ehrlich bin, reichen mir diese beiden Dinge für die Zukunft. Wer wissen will, wie es bei mir weitergeht und auf dem neuesten Stand bezüglich meiner Autorentätigkeit bleiben will, kann sich gerne für den Newsletter auf meiner Homepage registrieren.

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    Buchvorstellungen


  • Cryptanus: Der Geruch des Todes


  • Inhalt:
    Was kommt nach dem Tod? Philip Goldman meint, an Menschen ihren bevorstehenden Tod riechen zu können. Zuerst stirbt sein bester Freund, dann seine geliebte Großmutter. In seinen Träumen gelangt Philip in eine Welt, die Abgrund genannt wird. Ein androgynes Wesen namens Parr begleitet Philip durch diese Traumwelt und eröffnet ihm, dass er sich in der Welt der Toten befindet. Es stellt sich heraus, dass Philip nicht den nahenden Tod von Menschen riechen kann. Er kann Seelen, die aus dem Reich der Toten geflohen sind, durch seinen Geruchssinn aufspüren. Diese Seelen nutzen den Augenblick aus, in dem ein Mensch stirbt und ergreifen von dessen Körper Besitz. Philip erfährt, dass Parr eine Art Schutzengel ist. Durch die Erlebnisse im Abgrund kommt Philip dem Geheimnis des Todes ein großes Stück näher. Immer mehr wird er von der Faszination der Welt der Toten ergriffen. Sein Weltbild ändert sich mit jedem Besuch im Abgrund. Er kommt einem Geheimnis auf die Spur, von dem kein Mensch sich je hätte träumen lassen.



  • Nachtzug


  • Inhalt:
    05.Januar 2011! Schneechaos im gesamten Deutschland! Während sich der mehr oder minder erfolgreiche Schriftsteller Thomas Kassner im Nachtzug ICE 844 von berlin nach Düsseldorf befindet, brechen aus einem Institut für klonforschung in der Nähe von Gütersloh Hybriden aus, eine kreuzung aus Mensch und Hyäne. Die genmanipulierten Bestien machen sich auf die Suche nach Nahrung und stossen dabei auf den im winterlichen Schneetreiben liegengebliebenen Zug. Ein erbitterter Kampf auf Leben und Tod entbrennt, als die Passagiere feststellen müssen, dass sie den gnadenlosen Monstern hilflos ausgesetzt sind.



  • Cryptanus II: Das Geheimnis von Griphus Nix


  • Inhalt:
    Mit "Cryptanus-Das Geheimnis von Griphus Nix" erscheint endlich der zweite Teil des Cryptanus-Zyklus von Wolfgang Brunner. Der Autor entführt den Leser erneut mit Philip Goldman in die Welt der Toten, um das größte Geheimnis der Menschheit zu enträtseln: Was erwartet uns nach dem Sterben? Doch dieses Mal ist der Abgrund gefährdet, denn eine mit Hass erfüllte Kreatur versucht den Kreislauf der Seelen zu zerstören, während Phils Frau Helena an einem "Ort zwischen den Orten", der Griphus Nix genannt wird, weder tot noch lebendig festgehalten wird. Zusammen mit seinem Angelus Parr, dem Geschöpf der Schönheit Pulcher und drei weiteren Gefährten versucht Phil, das Geheimnis von Griphus Nix zu lüften, um Helena in den Abgrund zu holen. Nicht im Traum hätte er damit gerechnet, in einen faszinierenden aber auch erschreckenden Sog zu geraten, der ihn über die geistige Existenz des Cryptanus hinaus an den Anfang allen Seins führt.














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