Autoren-Interview


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Willkommen auf der Autoren-Interview-Homepage mit Gabriella Engelmann

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    Interview


    Name
    Gabriella Engelmann

    Alter und Wohnort
    Lebt in Hamburg

    Internet
    www.gabriella-engelmann.de

    Welche/s Berufsausbildung / Studium besitzen Sie?
    Ich habe nach meinem Fachabitur die Ausbildung zur Buchhändlerin gemacht. Alles Weitere war „learning by doing.“

    Was/Wer hat Sie zum Schreiben gebracht?
    Ich habe eines Nachts geträumt, ein Buch geschrieben zu haben. Als ich am nächsten Tag über den Traum nachdachte, setzte ich mich an meinen Laptop und heraus sprudelte zu meinem großen Erstaunen mein Romandebüt „Die Promijägerin.“

    Wie haben Sie das Schreiben gelernt?
    Ich war immer schon gut in Deutsch, das ist wohl eine wichtige Voraussetzung. Weitere „Lehrer“ waren auf alle Fälle Bücher und Filme. Erstaunlich, was das Unterbewusstsein so alles aufnimmt … Natürlich sind auch meine jeweiligen Lektorinnen sehr, sehr wichtig für den Schreibprozess.

    Wie kamen Sie zu diesem Thema?
    Ich liebe die Nordseeinsel Amrum und wollte die Geschichte einer Frau erzählen, die aus beruflichen Gründen dorthin fährt und auf dem Weg ihrer großen Liebe begegnet, obwohl sie gerade inmitten einer Scheidung steckt. Ich fand es spannend, herauszufinden, ob Anna bereit ist, sich für eine neue Liebe zu öffnen – und wie sich diese Emotionen mit Mitte vierzig anfühlen, wenn man nicht mehr allzu viele Illusionen hat … (bezieht sich auf das Buch Wolkenspiele, d. Red.)

    Wie gestalten Sie das Schreiben? Was ist Ihnen wichtig?
    Für erste Ideenskizzen benötige ich einen großen Ringspiralblock, einen Kugelschreiber und einen Tisch in einem schönen Café. Auf diese Weise entstehen erste Plotkonstruktionen und Figurenprofile. Als nächstes ziehe ich mit der Kamera los und fotografiere das jeweilige Setting. Also das Haus, das Viertel, die Umgebung - eben alles, was im Buch eine Rolle spielt. Alles Weitere findet am Computer statt. Ich könnte meinen Text niemals per Hand schreiben, weil ich immer sehr viel korrigiere, verschiebe oder verwerfe.

    Wie wird die Geschichte gefunden? Die Geschichten finden mich … Klingt vielleicht ein bisschen verrückt, aber es ist so. Die Ideen kommen meist, wenn ich sie nicht erwarte, oder eigentlich gerade gar nichts erfinden muss. Auf diese Weise liegen bei mir immer mehrere Plots „auf Halde“ - und warten darauf, eines Tages zum Leben erweckt zu werden.

    Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? Als erstes entwickle ich meine „Heldin“. Ich lege fest, in welcher Lebenssituation sie sich zu Anfang des Buches befindet - und als nächstes, in welche Richtung sie sich entwickelt. Dann überlege ich, wie diese Entwicklung vonstatten geht, welche Hindernisse sie dabei zu überwinden hat, und welche Figuren sie auf ihrem Weg dorthin begleiten.

    Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
    Ja, immer - und ich denke auch, dass das so bleibt. Das leere, weiße Papier, die geplante Seitenanzahl … ein ziemlicher Berg. Aber es ist eine positive Aufregung, verbunden mit der Frage: Wie wird das Ergebnis aussehen? Wird es so sein, wie ich es mir wünsche? Wird es meinen Lesern gefallen?

    Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
    Nach dem ersten Drittel meiner „Promijägerin“ gab ich den Text einer Agentin, sozusagen die erste öffentliche Instanz. Als diese begeistert war und mich ermutigte, weiter zu schreiben erwuchs in mir der Wunsch, den Text eines Tages gedruckt zu sehen und möglichst viele Leser zu amüsieren.

    Wie haben Sie einen Verlag gefunden?
    Den hat besagte Agentin für mich gefunden. Der Roman war pünktlich zur Frankfurter Buchmesse fertig, ich bekam netterweise ein positives Quote von Gaby Hauptmann - und dann ging plötzlich alles sehr schnell …

    Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
    Die Konzeption, das Ideensammeln, das Recherchieren und Fotografieren nehmen einen fast ebenso großen Anteil ein, wie das Schreiben selbst. Weil sich bei mir glücklicherweise Beruf und Passion verbinden, geht das eine unmerklich in das andere über. Ich arbeite generell fünf Tage die Woche und das meist zu den üblichen Bürozeiten. Ich bin eine ausgesprochene „Tagschreiberin“ und zum Glück ziemlich diszipliniert.

    Leben Sie davon oder haben Sie noch einen anderen Beruf?
    Ich arbeite nebenbei auch als Literaturscout für Agenturen.

    Vermitteln Sie Ihre (Schreib-)Kenntnisse und Erfahrungen z. B. in Form von Kursen weiter?
    Als Scout entdecke ich neue Autoren und arbeite mit ihnen am Plot und wenn erforderlich auch am Text. Auch sonst stehe ich gern Kollegen und Interessierten mit Rat und Tat beiseite, weil ich durch meine Tätigkeiten als Buchhändlerin, Verlags - und Programmleiterin sowie Lektorin so gut wie alle Seite der Buchbranche kenne.

    Welchen Stellenwert nimmt das Schreiben bei Ihnen ein?
    Einen sehr hohen - denn es ist neben dem Lesen meine absolute Leidenschaft!

    Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
    Loslassen, denn man kann sowieso nichts erzwingen. Wenn man morgens schon merkt, dass es heute nicht so recht klappen will ist es ratsam etwas komplett anderes zu machen. Manchmal hilft ein Spaziergang, Fenster putzen, ein Treffen mit einer Freundin, ein heißes Bad … Kurz: alles, was nichts mit dem Schreiben zu tun hat.

    Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen?
    Alles rund um das Thema Kreativität: Filme, Theater, Kunst, Musik. Ansonsten schwimme und tanze ich gerne, treffe Freunde, schwinge ab und zu den Kochlöffel. Ich liebe es aber auch auszuschlafen, oder einen kompletten Tag im Bett zu vertrödeln, zu baden, vor mich hinzuträumen …

    Wie verbringen Sie Ihren Urlaub?
    Wenn ich wegfahre zieht es mich oft an die Nordsee. Obwohl es dort meist windig und kalt ist, liebe ich die Luft, den Wechsel der Gezeiten und die Landschaft. Deshalb spielen meine Romane auch auf Sylt, oder Amrum. Aber ich liebe auch Südfrankreich, Italien und Mallorca, oder entdecke gerne fremde Städte. Zum Urlaub gehört auf alle Fälle, mich treiben lassen zu können - und wenn möglich das Meer.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch?
    Ich wünsche mir, dass ich und meine Lieben gesund bleiben und wir das Privileg genießen, ein sicheres Leben zu führen und unseren Leidenschaften nachgehen zu können. Und zufrieden zu sein mit dem, was wir haben.

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