Autoren-Interview


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Willkommen auf der Autoren-Interview-Homepage mit Stefan Jahnke

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    Interview


    Name
    Stefan Jahnke

    Alter und Wohnort
    Geboren 1967, lebt in Dresden

    Internet
    www.stefan-jahnke.de

    Welche/s Berufsausbildung / Studium besitzen Sie?
    Ausbildung als Schlosser, später auch als Berufskraftfahrer, danach erfolgreiches Universitätsstudium im Maschinenbau.

    Was/Wer hat Sie zum Schreiben gebracht?
    Mit 14 Jahren waren es im DDR-Haushalt fehlende Karl-May-Bände, später dann die Entdeckung, dass viele geschichtliche und aktuelle Begebenheiten in Sachsen und dem Osten Deutschlands bisher totgeschwiegen oder einfach unerwähnt blieben. Und natürlich viele interessante Erlebnisse beim Entdecken der seit Ende 1989 endlich offen stehenden Welt, die doch meist ganz anders ist, als man sie sich erträumte.

    Wie haben Sie das Schreiben gelernt?
    Schreiben, fabulieren, etwas zu Papier bringen waren schon immer meine geheimen Vorlieben. Andere stöhnten über Aufsatzthemen in der Schule. Ich schrieb einfach meinen Text. Natürlich lernte und lerne ich durch das Leben, die Lektüre anderer Autoren, nicht nur der Vorbilder, und versuche, aus jedem Hinweis, jeder Rezension und jedem Gespräch mit Lesern zu lernen.

    Wie kamen Sie zu diesem Thema?
    Die Welt ist voller Geheimnisse. Ich muss mir fast gar nichts ausdenken, wenn es um das reine Thema geht. Die stehen am Rande des Wanderweges, ergeben sich durch eine alte Sage, den Kontakt zu einem Nachfahren, den Besuch eines interessanten Ortes. Dann geht alles Andere wie von allein.

    Wie gestalten Sie das Schreiben? Was ist Ihnen wichtig?
    Ich arbeite jeden Tag am Manuskript. Natürlich wache ich auch mal mitten in der Nacht auf und habe eine Idee. Dazu gibt es dann einen Notizblock neben dem Bett. Aber wirklich geschrieben wird am PC. Und das immer, wenn Zeit ist. Interessant wird es, wenn ich mit dem Notebook bewaffnet direkt an den Ort des Geschehens fahre, da auf einem Berg, in einer Burg, auch in einem alten Kirchenarchiv sitze und entweder Notizen oder wirkliche Handlung aufschreibe. Wichtig ist mir, Ruhe beim Schreiben zu haben. Natürlich könnte man auch in einer ablenkenden Umgebung schreiben. Doch leiden dabei meine Konzentration, die Qualität des Textes, Verbindungen und Verwicklungen geraten zu flach… und das kann ich dem Leser nicht zumuten.

    Wie wird die Geschichte gefunden?
    Geschichte und Thema sind bei mir eng verbunden. Habe ich ein Thema, weiß ich wenig später, ob es etwas für einen historischen Roman, einen Krimi oder einen Wirtschaftsthriller ist. Bei Reiseerzählungen ist das natürlich gleich von vornherein klar. Bisher musste ich keine Geschichte suchen, hatte und habe das Glück, noch viel mehr Storys im Kopf zu haben, als ich bisher aufschreiben und veröffentlichen konnte. Dann beginnen Recherchen. Denn ich möchte so nah wie möglich an der Wahrheit… oder der möglichen Tatsache sein. Ist das Gerüst, sind die Randbedingungen da, kann die eigentliche Arbeit beginnen.

    Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte?
    Jede Zeit hat ihren Erzähler. Der Unbekannte aus dem Off, der häufig in Romanen anzutreffen ist, existiert bei mir nicht. Meine Erzähler sind unmittelbar an der Handlung beteiligt, beeinflussten sie natürlich mit ihren Gefühlen und werden von der Handlung beeinflusst. Kommissar Zech und sein Gönner und Freund, Polizeichef Keller in meinen Krimis, von denen ich schon wusste, wie sie sich benehmen, wie sie aussehen, bekamen ihre Namen einfach dadurch, dass ich im Dresdner Augustiner auf dem Neumarkt an der Frauenkirche saß, von da die Rückfront des Polizeipräsidiums sah und gegenüber eine Kneipenreklame für einen ‚Zech-Keller’ entdeckte. Der Erzähler Friedrich von Donin aus dem 16. Jh., der in meinem historischen Roman ‚Steinberg’ nach Gut Gamig bei Dresden reist, um die Geschichte der Dohnaischen Fehde des späten 14. Jh. zu ergründen, war ein Glücksfall. Denn es gab ihn wirklich und er war in seiner Zeit gar Schriftsteller. So konnte ich ihn auferstehen lassen und ihm meine Recherchen in den Mund legen. Immer muss es einen lustigen Kerl geben, der die oft düsteren oder traurigen Storys aufheitert. Dazu dann einen Lehrmeister, der alles besser weiß, aber dann die Handlung entweder verzögert oder in andere Richtungen leitet. All deren Namen müssen in Zeit und Gegend, deren Aussehen und Art in ihre Rolle passen. Man muss sie sich vorstellen können.

    Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
    Nein, denn die einzige Aufregung besteht eigentlich darin, ich könne etwas der bereits vorgedachten Geschichte vergessen. Ansonsten bin ich die Ruhe selbst. Ich will ja etwas erzählen, zwinge mich nicht dazu und setze mich auch nicht unter einen bestimmten, dem Projekt entgegenlaufenden Druck.

    Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
    Mit dem ersten Satz meines ersten Manuskriptes. Das war mit 14 Jahren. Dass es dann bis zum 41. Lebensjahr gedauert hat, bis mein erstes Buch veröffentlicht wurde, lag zum Einen an der damaligen Gesellschaftsform, zum Anderen aber auch an bestimmten Lebensumständen. Die sich dann veränderten.

    Wie haben Sie einen Verlag gefunden?
    Zurzeit läuft die aktive Arbeit mit einem Berliner Verlag. Ich hoffe, dass mein erstes an einen wirklichen Verlag gebundenes Buch noch bis Ende dieses Jahres erscheint. Der entsprechende Vertrag ist unterschrieben. Ansonsten habe ich mir bisher nicht den Stress gemacht, einen Verlag zu suchen, lieber geschrieben und die Manuskripte mit Unterstützung von sogenannten ‚Autorendienstleistern’ selbst verlegt. Der Erfolg, den ich dann mit meiner ersten schüchternen Verlagsanfrage nach vorher schon siebzehn selbst verlegten Büchern hatte, beweist, dass dies auch ein Weg für Autoren sein kann, einen Verlag zu finden. Man ist dann zwar immer noch weitestgehend unbekannt, aber auch nicht Irgendwer.

    Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
    30 bis 50 Prozent meines gut 10- bis 12-stündigen Arbeitstages räume ich dem Schreiben ein. Dabei muss ich Prioritäten setzen, komme damit aber gut zurecht.
    Leben Sie davon oder haben Sie noch einen anderen Beruf?
    Ich leite ein kleines Ingenieurbüro für Projekt- und Qualitätsmanagement. Der Wunsch ist verständlich, nur vom Schreiben allein zu leben. Aber man muss auch Realist sein. Ein Blick in eine Buchhandlung spricht Bände. Wie viele Bücher kommen jedes Jahr neu auf den deutschen Buchmarkt?

    Vermitteln Sie Ihre (Schreib-)Kenntnisse und Erfahrungen z. B. in Form von Kursen weiter?
    Ja. Grundschulen freuen sich über meine Erfahrungen. Gerade die ersten Schritte der Schüler von der Idee über die Stoffsammlung bis zum ersten Satz auf dem Weg zum interessant gestalteten Aufsatz, zur eigenen Geschichte zu begleiten, ist spannend und kommt gut an.

    Welchen Stellenwert nimmt das Schreiben bei Ihnen ein?
    Einen sehr Hohen. Denn Recherchen zähle ich hinzu. Die kosten die meiste Zeit. Dabei muss ich stets aufpassen, dass ich meine beiden anderen wichtigen Säulen im privaten Leben nicht vernachlässige. Das sind zum Einen meine Familie und zum Anderen… das Lesen.

    Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
    Oft hört man von Autoren, sie hätten hier und da eine Schreibblockade. Die sogenannte Angst vor dem weißen Blatt Papier. Zum Glück ist mir das noch nie passiert. Ich habe eher das Problem, die erdachten und recherchierten Themen schnell genug zu Papier zu bringen… eben ‚in den Rechner zu hacken’, als dass mir Ideen, Worte usw. fehlen. Aber ich weiß… irgendwann habe ich sicher damit auch Probleme. Doch hoffe ich, dass dies noch eine Weile dauert!

    Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
    Ich bin leidenschaftlicher Fan der Country Music. Hängt mit meinem Faible für Karl May zusammen. Dort eher die Disziplin des Schriftstellers als die Inhalte seiner Werke. Da ich selbst Gitarre spiele und dieses Hobby auch meinen Kindern vererben konnte, gibt es jede Woche bei uns Hausmusik mit Keyboard, Flöte, Gitarre, Mundharmonika, Maultrommel und Gesang. Daneben mag ich die Natur. Durch viele Familienwanderungen tanke ich nicht nur Kraft, sondern finde auch immer wieder Themen für neue Geschichten. Wir haben hier in Dresden die Sächsische Schweiz vor der Tür. Das ist Geschichte pur. Gespickt mit viel Flora und Fauna. Einfach fantastisch!

    Wie verbringen Sie Ihren Urlaub?
    Wir machen mehrmals Urlaub im Jahr. Im Winter geht es in den Thüringer Wald zum Skifahren und Rodeln. Wenn kein Schnee liegt, können wir da auch wunderbar wandern. Im Sommer ist eines der Länder der Erde per Fernreise dran, um nicht nur den doch etwas durchwachsenen deutschen Sommer genießen zu dürfen. Im Herbst fordern die Kinder einen Bauernhofurlaub. So richtig mit Stall ausmisten, melken, reiten und Trecker fahren. Und zum Jahreswechsel genießen wir die letzten und ersten Stunden zwischen den Jahren inmitten der Lausitz, die nur wenige Autominuten von uns entfernt ist. Das alles klingt viel, ist aber wichtig für die Familie und die eigene Kraft. Und ganz nebenbei entstehen in den Urlauben auch die verrücktesten und tollsten Geschichten, die dann manchmal gar mit anderen Urlaubsgästen besprochen und natürlich recherchiert und schnell geschrieben werden.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch?
    Ein Autor möchte berühmt werden, vom Schreiben leben, in aller Munde sein und nie den Faden zum Schreiben verlieren. Noch bin ich fast unbekannt, obwohl ich mich über die Verkaufszahlen meiner Bücher nicht beklagen kann. Aber Erfolg zu haben, ist nicht alles. Gesundheit und Freude in der Familie, den Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen und sehen, wie sie ihren Platz im Leben finden, mit meiner Frau irgendwann alt werden und noch viele wunderbare Erlebnisse haben. Das sind wohl eher die Wünsche, die ich habe. Sorgenfrei leben, Anderen etwas abgeben, unterstützen und helfen können. Wenn ich das Buch eines anderen Autors in die Hand nehme, es aufschlage und begeistert von Inhalt und Art des Schreibens bin, dann weiß ich, dass ich noch nicht zu sehr nur an mich denke, mich für und mit Anderen freuen kann. Vielleicht sagt diese kleine Erkenntnis aus, was ich mir wünsche… Ganz neben noch vielen erfolgreichen eigenen Veröffentlichungen. Unbenommen! Mein Motto ist: Fiktion ist keine Illusion. Steht in jedem meiner Bücher im Vorsatz.

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    Buchvorstellungen - eine Auswahl


  • Hohburg: Ein Schatz und seine Hüter


  • Inhalt:
    Das BuchMoritzburg bei Dresden, 2008. Ein Toter liegt im Hohburgtunnel, jenem grandiosen Felsdurchbruch, den sich August der Starke für vom Fackellicht beschienene nächtliche Kutschfahrten zum heute berühmten Jagdschloss bauen ließ. Wer war der Tote wirklich? Wirtschaftsmagnat und ein möglicher Investor des fast insolventen Halbleiterriesen Sicon. Was machte er im Designeranzug mitten im Wald? Kommissar Zech ermittelt und findet Erstaunliches. Seine Ergebnisse führen zurück ins 18., ja gar ins 15. Jahrhundert. In jene Zeit, als die ehemaligen Besitzer der Hohburg, jener mittelalterlichen Burg auf dem Berg des heutigen Tunnels, durch eine Entscheidung von Kurfürst Friedrich dem Streitbaren aus Sachsen vertrieben wurden. Recherchen in Bibliotheken und Zusammentreffen mit mysteriösen Mitwissern machen plötzlich sogar eine Verwicklung des alten Hofjuweliers Dinglinger möglich. Sind die Geschichten um eine seit Jahrhunderten tätige Familie von Hütern eines sagenhaften Schatz der damals ins Böhmische vertriebenen Herren aus dem Geschlecht der Birken etwa wahr? Und welche Rolle spielen bei alledem die Wettiner? Ein spannender Kriminalfall zwischen gestern und heute.

  • Nebel


  • Inhalt:
    Das Buch „Papa, muss der Onkel da so lange schlafen?“ Kommissar Krumbachs Sohn entdeckt 2010 in der Ruine der Lößnitzburg in Radebeul-Lindenau die Leiche von Helmuth Losser, ehemaliger Betreiber des ‚Club Rendezvous’ in den Nachwendejahren. Gift… Mord oder Selbstmord? Haben die damalige Pleite, ein alter Pfarrer oder das mysteriöse Verschwinden eines Rentnerpaares in der Gartenanlage unterhalb der alten Gaststätte damit zu tun?Wirtschafts- und Mordermittlungen von Conradi und Krumbach offenbaren verschiedene Vergehen, führen zu Lossers ehemaligem Sekretär und zeigen Verbindungen zum russischen FSB, zu einem geflohenen Vorbesitzer und chinesischen Industriellen auf.Kann eine bisher nicht geklärte Zusammenarbeit zwischen Nazis und NKWD bei der Suche nach einer ultimativen Wertanlage der Schlüssel zur Lösung sein? Endete diese wirklich 1945? Wieso wurde 1992 einem Mordgeständnis nicht nachgegangen und warum lebt der angebliche Mörder seither unbehelligt im nahen Weinböhla?

  • Steinberg


  • Inhalt:
    1385. Burggraf Jeschke von der Dohna will den hochnäsigen Markgrafen Wilhelm von Meißen beim Adelstanze in Dresden ärgern und verkleidet seinen Diener Jonas Daniel als ehrenwerten Gast. Gemeinsam mit ihm bändelt er mit verschiedenen gut situierten Damen an und löst durch eine darum vom Herrn von Körbitz erhaltene Ohrfeige die Dohnaische Fehde aus, in deren Verlauf seine Familie viele Mitglieder, sämtliche Macht, Gebiete und Ansprüche an der Elbe und im Erzgebirge verliert.Ende des 16. Jh. versucht der in Venedig lebende Schriftsteller und Nachfahre Jeschkes, Friedrich von Donin, im Geheimen auf dem der alten Stammburg seiner Familie in Dohna gegenüberliegenden ehemals slawischen Landgut und Vorwerk Kamyk, auch Steinberg genannt und heute als Gut Gamig bekannt, die Wahrheit über jene Fehde und die Hintergründe zum immer noch geltenden Aufenthaltsverbot für Körbitzer und Dohnaer im Meißner Land zu ergründen. Dabei findet er während spannender Ermittlungen gemeinsam mit Jakob von Körbitz, Nachfahre des einst geohrfeigten Herrn und als Bruder Jacobus die rechte Hand des Heiligen Vaters in Rom, Erstaunliches und Verworrenes rund um einen von Wilhelm dem Einäugigen geschickt inszenierten Landraub der Wettiner mit Duldung durch Kaiser und Kirche.

  • Draußen


  • Inhalt:
    Ponath wird fristlos gekündigt. Damit hatte er nicht gerechnet. Er blickt zurück und sieht einen unbeschreiblichen Sumpf von Wirtschaftskriminalität in seinem alten Arbeitsumfeld. Manager stechen sich gegenseitig aus, verschleudern Fördergelder ohne dass die staatlichen Förderer auch nur eine Möglichkeit zum Gegensteuern haben. Mitarbeiter zählen nicht und sind nur von Nutzen, so lange sie funktionieren und das tun, was man von ihnen erwartet ohne Ausnahme. Draußen spielt nicht etwa in Fernost oder Amerika. Die Handlung passiert in Europa, im Nachwende-Deutschland, also direkt vor unserer Haustür. Die Machtlosigkeit derer, die willkürlich kalt gestellt und benutzt werden, verleitet zur Aufgabe. Aber Ponath kämpft. Sicher nicht immer mit fairen Mitteln. Jedoch mit dem Ziel, diejenigen zur Strecke zu bringen und bloß zu stellen, die ihn seines Jobs beraubten. Ob es ihm gelingt?







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