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InterviewName Ricarda Martin Alter und Wohnort Geboren am 1963, lebt in Kirchheim unter Teck, Baden-Württemberg Internet www.rebecca-michele.de Welche/s Berufsausbildung / Studium besitzen Sie? Arzthelferin, später Sachbearbeiterin bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Was/Wer hat Sie zum Schreiben gebracht? Es gab keine bestimmte Person oder einen bestimmten Auslöser. Bereits als Kind verfügte ich über eine lebhafte Fantasie, sobald ich schreiben konnte, habe ich andauernd irgendwelche Geschichte aufgeschrieben. In der Schule habe ich die Deutschstunden und das Schreiben von Aufsätzen geliebt und konnte gar nicht erwarten, damit anzufangen. Als Teenager habe ich dann die damals üblichen „Problemchen“, die man in dem Alter so hat (z. B. Liebeskummer) in Geschichten verarbeitet - die natürlich alle im Papierkorb gelandet sind. Wie haben Sie das Schreiben gelernt? Learning bei doing … Natürlich war ich in der Schule im Fach Deutsch auch sehr gut. Anfang der neunziger Jahre habe ich dann tatsächlich ein zweijähriges Fernstudium an einer „Schule des Schreibes“ belegt, was mir jedoch - im Nachhinein betrachtet - nur Geld gekostet, aber nicht wirklich etwas gebracht hat. Es mag sein, dass für viele ein solches Fernstudium Sinn macht, ich habe jedoch immer „aus dem Bauch heraus“ geschrieben, und tue es heute noch. Gute Grammatik und Rechtschreibung sind ohnehin Grundvoraussetzungen, und den eigenen Stil findet man, indem man viel, sehr viel schreibt. Wie kamen Sie zu diesem Thema? Nachdem ich unter einem anderen Namen bereits zahlreiche historische Romane, in denen die Liebe eine vorrangige Rolle spielt, veröffentlich habe, wollte ich einfach mal etwas anders machen. Weg vom Mittelalter, mehr ins 19. oder beginnende 20. Jahrhundert und ich wollte Geschichten von starken Frauen erzählen, die trotz aller Widrigkeiten, die das Leben ihnen darbietet, nie den Mut und den Glauben an sich verlieren. So wurden die Ideen für die Romane geboren. Wie gestalten Sie das Schreiben? Was ist Ihnen wichtig? Wichtig ist mir Ruhe! Beim Schreiben muss ich allein sein, einzig meine Katze „darf“ mir auf dem Schreibtisch liegend Gesellschaft leisten. Ich bin keine „Handschreiberin“. Bereits in meiner Kindheit und Jugend tippte ich mit einer Schreibmaschine, seit dem Jahr 1988 besitze ich einen Computer. Mit Zetteln arbeite ich gar nicht. Ideen usw. halte ich grundsätzlich im PC fest (auch im Urlaub, denn ein Laptop ist immer dabei). Wie wird die Geschichte gefunden? Sie ist einfach da. Ich setzte mich nie hin und überlege, über was/wen ich jetzt schreiben könnte. Irgendwann - sei es beim Wandern, bei der Hausarbeit, beim Duschen usw. - entstehen in meinem Kopf Szenen und Menschen beginnen einen Dialog. Nach und nach formt sich dann eine ganze Geschichte - manchmal aber auch nicht. Erlebnisse aus dem Alltag fließen bei mir bewusst nicht ein. Da meine Geschichten in der Vergangenheit und in Großbritannien spielen, wäre das auch eher schwer. Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? Siehe oben. Ja, wenn ich ein Exposé entwickele, sind die Protagonisten und der rote Faden der Geschichten in meinem Kopf fertig. Die zahlreichen weiteren Personen und die genauen Handlungsstränge entstehen jedoch erst, wenn ich das Manuskript schreibe. Oft tauchen Leute auf oder meine Protagonisten erlebt etwas, was im Exposé überhaupt nicht vorgesehen war. Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben? Aufgeregt weniger, eher gespannt, ob es mir gelingt, 600 bis 700 Seiten mit einer spannenden und interessanten Geschichte zu füllen. Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen? Meinen ersten richtigen Roman schrieb ich in den Jahren 1989 bis 1995. Damals dachte ich überhaupt nicht an eine Veröffentlichung, die Geschichte schrieb ich einfach so für mich. Es lagen jedoch immer wieder Monate dazwischen, in denen ich nicht schrieb. Da mein erster Roman Cornwall in England als Handlungsort hat und dann Mitte der neunziger Jahre Rosamunde Pilcher und ihre Geschichten in Deutschland sehr populär wurden, dachte ich, es wäre vielleicht einen Versuch wert, das Manuskript an Verlage zu schicken. Wie haben Sie einen Verlag gefunden? Natürlich habe ich zuerst mein Manuskript an alle großen Verlage im deutschsprachigen Raum geschickt - und natürlich erhielt ich von allen eine Absage mit dem Standardsatz „Passt nicht ins Verlagsprogramm“, der jedoch gar nichts aussagt, wie ich heute weiß. Doch dann wurde ich auf einen kleineren baden-württembergischen Verlag aufmerksam, der historische Romane mit Schauplatz England im Programm hatte. Nun, ich schicke mein Manuskript dorthin, eine Lektorin las es und befand es als für veröffentlichungswürdig. Das war der Anfang … Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus? In der Regel beginne ich so gegen 10 Uhr mit dem Schreiben. Da ich mir selbst ein Tagessoll von mind. 10 Normseiten auferlege, sitze ich manchmal nur bis 13 Uhr, manchmal auch bis 16 oder 17 Uhr vor dem Bildschirm. Je nachdem wie gut es an diesem Tag läuft und wie viel ich während des Schreibens recherchieren muss. Da ich vom Schreiben lebe, ist dies mein Alltag. Alles andere (Einkaufen, Putzen, Waschen, Hobbys, Freunde treffen) richtet sich nach meinem Schreibpensum. Vermitteln Sie Ihre (Schreib-)Kenntnisse und Erfahrungen z. B. in Form von Kursen weiter? Nein, dazu fehlt mir leider die Zeit, weil ich es grundsätzlich gerne machen würde. Ich wüsste jedoch nicht, wann. Welchen Stellenwert nimmt das Schreiben bei Ihnen ein? Schreiben ist für mich mehr als ein Beruf, es ist eine Berufung, ohne die ich mir mein Leben gar nicht vorstellen mag. Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden? Es gibt immer wieder Tage, an denen geht das Schreiben nicht so gut von der Hand. Darüber mache ich mir jedoch keine Sorgen, denn am nächstenTag flutscht es sicher wieder besser. Dennoch schreibe ich täglich mindestens 10 Seiten, auch wenn ich diese bei der späteren Korrektur dann wieder völlig ändern oder sogar löschen muss. Wenn ich merke, dass mir heute das Schreiben wirklich schwerfällt, dann höre ich auf und recherchiere stattdessen. Ein ausgiebiger Spaziergang hilft auch, danach ist mein Kopf wieder frei. Eine richtige Schreibblockade - heißt, dass mir mehrere Tage der gar Wochen - gar nichts eingefallen wäre, hatte ich glücklicherweise noch nie. Und ich kann es mir auch nicht erlauben, da ich ja festgesetzte Abgabetermine habe. Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche? Oh ja! Obwohl das Schreiben der wichtigste Teil meines Tages ist, brauche ich einen Ausgleich zum stundenlangen Sitzen am Schreibtisch. In erster Linie ist dieser Ausgleich der Turniertanzsport, den ich zusammen mit meinem Mann seit nunmehr 26 Jahren betreibe (wir tanzen aktuell in der Senioren I S-Standard und B-Latein). Darüber hinaus unterrichte ich als Tanzsporttrainerin, seit einiger Zeit aber nur noch an einem Abend in der Woche, früher waren es bis zu vier Abende, wozu mir jedoch inzwischen die Zeit fehlt. Zusätzlich gehe ich ins Fitnessstudio und schwimmen, fahre viel Rad und wandere regelmäßig. Da ich sehr tierlieb bin, besonders Katzen, arbeite ich ehrenamtlich seit fast fünf Jahren im städtischen Tierschutzverein in der Katzenhilfe. Mehrmals wöchentlich versorge ich dort morgens die Katzen - füttern, putzen, Medikamente geben, zum Tierarzt fahren, streicheln, spielen usw. Lesen ist natürlich auch mein Hobby. Ich stecke meine Nase eigentlich immer in ein Buch, nicht nur zur Recherche, sondern in erster Linie zur Entspannung. Meine Tätigkeit als Präsidentin des Vereins zur Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur e.V. (DeLiA - www.delia-online.de) ist für mich nicht nur ein Teil meiner beruflichen Tätigkeit, sondern auch ein Hobby. Es macht einfach Spaß, sich regelmäßig mit einer so großen Anzahl von tollen AutorInnen auszutauschen und dafür zu sorgen, dass der deutschsprachige Liebesroman einen immer größer werdenden Stellenwert annimmt. Dann reise ich nicht nur selbst gerne, sondern ich organisiere und leite auch Studienreisen nach Großbritannien und Irland. Wie verbringen Sie Ihren Urlaub? Da mein Leben zu Hause sehr aufregend und oft auch etwas hektisch ist, verbringen ich den Urlaub gaaaaanz ruhig und entspannend …;-) Mindestens einmal im Jahr fahre ich nach Großbritannien - vorrangig nach Cornwall oder Schottland. Dort mieten mein Mann und ich dann ein Ferienhaus in einer ruhigen Gegend, und wir wandern sehr viel in der Stille der unberührten Natur. In diesen Urlauben entstehen in meinem Kopf dann auch immer viele neue Ideen. Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? Ich wünsche mir in erster Linie, weiterhin an Körper und Geist gesund und fit zu bleiben. Auch dass mir nie die Ideen ausgehen und ich es weiterhin schaffe, meine Leser mit schönen und interessanten Geschichten zu begeistern. Konkrete Pläne habe ich keine, denn das Leben macht ohnehin, was es will …;-) Ich wünsche mir jedoch, auch künftig mit allen Situationen stets gut zurechtzukommen, mir meinen Optimismus zu bewahren und nie den Glauben an mich selbst zu verlieren. oben      Home |
BuchvorstellungenInhalt: Die Insel St.Kilda vor der schottischen Küste im Jahre 1860. Die kleine Màiri genießt trotz aller Entbehrungen ihr Leben. Nichts scheint sich auf der abgeschiedenen Insel zu verändern – bis zu jenem Tag, an dem vor der Küste ein Schiff in Seenot gerät. Nur ein Mann kann gerettet werden: Adrian. Doch er hütet ein Geheimnis, das das Leben des Mädchens zu zerstören droht. --- oder als E-Book ---
Inhalt: Ein Familiengeheimnis, das erst nach Jahrzehnten ans Licht kommt, vor der atemberaubenden Kulisse Cornwalls. Als Alayne im Haus ihrer geliebten Großmutter Edith altmodische Kinderkleidung mit einem geheimnisvollen Wappen findet, ist ihre Neugierde geweckt. Sie beginnt zu recherchieren und stößt auf eine Spur, die nach Cornwall führt: Hier bringt im Jahr 1940 die junge Lady Sarah ihr erstes Kind zur Welt, das kurz darauf entführt und nie wieder gefunden wird. Doch was hat Alaynes Großmutter damit zu tun? Alayne steht vor einem Rätsel als E-Book ---
Inhalt: Die große Frauensaga! Cornwall, 1856: Lorna und Cathy stammen aus armen Verhältnissen und sind seit frühester Kindheit beste Freundinnen. Nichts kann sie trennen – bis Cathy als Hausmädchen auf einen herrschaftlichen Besitz zieht und ihre Freundin mit der Nachricht überrascht, dass sie ihren Dienstherrn heiraten werde. Cathy überredet Lorna, als Gesellschafterin zu ihr zu kommen. Vier Tage vor der Hochzeit findet Lorna Cathy neben der Leiche ihres zukünftigen Schwagers. Doch nicht Cathy, sondern Lorna wird als Mörderin verurteilt und nach Tasmanien deportiert … Wird die Gerechtigkeit doch noch siegen? --- oder als E-Book --- Sie suchen etwas anderes? oben      Home |