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InterviewName Claudia Puhlfürst Alter und Wohnort Geboren im Jahr 1963, lebt in Zwickau Internet www.puhlfuerst.com Welche/s Berufsausbildung / Studium besitzen Sie? Diplomlehrerin Biologie, Chemie Was/Wer hat Sie zum Schreiben gebracht? Ich hatte kein „Erweckungserlebnis“, allerdings einige kleinere Anstöße, die dazu geführt haben, Mitte der Neunziger über mein weiteres Dasein als Biologie/Chemie-Lehrerin ernsthaft nachzudenken. Irgendwann tauchte dann die Erinnerung an schlummernde Fähigkeiten wieder auf. Ich hatte schon als Kind und später als Jugendliche sehr gern „fabuliert“, mir Geschichten ausgedacht, Gedichte geschrieben und vertont. Und so entstand die Idee, ein Buch zu schreiben. Dass es ein Krimi sein müsste, war mir von Anfang an klar – ich liebe Krimis; Psychothriller im Besonderen, ich lese sehr viel, sehe alles (oder nehme auf), was im Fernsehen dazu kommt, Serien, Reportagen, Filme, beschäftige mich mit authentischen Fällen. Wie haben Sie das Schreiben gelernt? Learning by doing. Und: Lesen, Lesen, Lesen! Ich habe die Grundhandlung, die Tat und den Täter ziemlich genau im Kopf. Was sich oft erst während der Geschichte ergibt, sind Nebenhandlungen, Erlebnisse meiner Serienfiguren. Da fließen auch viele Dinge rein, die mir im täglichen Leben begegnen. Schon bei den ersten Kapiteln des ersten Buches musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass die Figuren ein Eigenleben entwickelten, so als seien sie zum Leben erwacht und setzten nun ihren eigenen Kopf durch. Heute ist das eher so, dass ich mich als einen außenstehenden Betrachter sehe, der die Figuren bei ihren Handlungen beobachtet; so, als ob man einen Film anschaut, und die Handlung dann aufschreibt. Empfehlenswert ist das Buch von Sol Stein „Über das Schreiben“. Wie kamen Sie zu diesem Thema? Ich finde die Grundidee oft bei authentischen Fällen. Oft notiere ich mir solche Ideen in ein kleines Büchlein oder auf Zettel. Diese Zettelei bildet dann die Inspiration für eine eigene Geschichte. Bei „Ungeheuer“ war es Edward Theodore Gein, der auf einer Farm in Wisconsin gelebt hat. Bei seiner Festnahme fand man die frisch ausgeweidete Leiche einer Ladenbesitzerin und Teile von mindestens 15 weiteren Leichen; darunter eine Sammlung von Nasen, und Masken aus menschlicher Gesichtshaut. Die meisten Leichen hat er sich vom örtlichen Friedhof „besorgt“, aber zwei Frauen hat er nachweislich auch ermordet. Es ist umstritten, ob Gein auch ein Kannibale war. Wie gestalten Sie das Schreiben? Was ist Ihnen wichtig? Bevor ich beginne zu schreiben, verfasse ich ein Exposé. Das diskutiere ich mit meinem Agenten. Wenn es für gut befunden wird, und auch der Verlag damit einverstanden ist, beginne ich mit dem Schreiben. Dann allerdings erfährt niemand Details, bis das Manuskript fertig ist. Erst wenn ich es komplett überarbeitet habe, bekommen es ein, zwei „Testleser“, darunter natürlich mein Agent. Ich schreibe alles am Computer. Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? Ich schreibe die Kapitel hintereinander weg. Also so, wie sie dann auch gelesen werden. Das macht es etwas schwieriger, weil ich mich manchmal erst wieder in die Szenen hineindenken muss. Ich habe die Grundhandlung, die Tat und den Täter ziemlich genau im Kopf. Was sich oft erst während der Geschichte ergibt, sind Nebenhandlungen, Erlebnisse meiner Serienfiguren. Da fließen auch viele Dinge rein, die mir im täglichen Leben begegnen. Schon bei den ersten Kapiteln des ersten Buches musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass die Figuren ein Eigenleben entwickelten, so als seien sie zum Leben erwacht und setzten nun ihren eigenen Kopf durch. Heute ist das eher so, dass ich mich als einen außenstehenden Betrachter sehe, der die Figuren bei ihren Handlungen beobachtet; so, als ob man einen Film anschaut, und die Handlung dann aufschreibt. Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben? Nein. Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen? Das ergibt sich beim Schreiben irgendwann von selbst. Wie haben Sie einen Verlag gefunden? Es war sehr schwierig. Ich habe dazu bestimmt zwei Jahre gebraucht. Zuerst bekam ich zahlreiche Ablehnungen von den großen Verlagen. Ich wusste ja damals noch nicht, dass unverlangt eingesandte Manuskripte gar nicht gelesen werden. Die Absagebriefe sind schon vorformuliert und es heißt darin „passt leider nicht in unser Verlagsprogramm“ oder „unser Programm für die nächsten Jahre steht schon fest“. Irgendwann kommt man dann an den Punkt, an seinem eigenen Manuskript zu zweifeln, es für schlecht zu halten. Manch einer gibt auch auf. Ich habe es dann - das war Ende der 90-er Jahre - über das Internet versucht, Verlage angemailt, das Manuskript angeboten, und irgendwann einen klitzekleinen Verlag gefunden, der das Buch gern drucken wollte. Inzwischen bin ich dort, wo ich hinwollte - bei einem großen Publikumsverlag (Blanvalet), der zu RANDOM HOUSE gehört. Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus? Ich schreibe nicht kontinuierlich, jeden Tag, sondern oft nur an den Wochenenden oder in den Ferien. Dann hat man manchmal Details vergessen. Ich lese also zuerst noch einmal das Anschlusskapitel - das hat den Vorteil, dass ich es dabei gleich überarbeiten kann - und beginne dann, weiterzuschreiben. Leben Sie davon oder haben Sie noch einen anderen Beruf? Ich habe noch einen Hauptberuf, arbeite bei Duden im Schulbuchverlag. Welchen Stellenwert nimmt das Schreiben bei Ihnen ein? Ich habe eine „Schreibwerkstatt“ veröffentlicht. Das ist aber eher ein Lehrbuch für die Kurse der gymnasialen Oberstufe. Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden? Ich habe keine Schreibblockaden. oben      Home |
Buchvorstellungen eine AuswahlInhalt: Erst kam das Vergessen. Dann sein Wunsch nach Rache... Er hat Schreckliches erlebt. Und vieles vergessen. Doch dann sieht Matthias Hase einen Fernsehbericht über grausame Funde in einem Kinderheim auf Jersey. Und seine Erinnerung kehrt zurück: die brutalen Erzieher, ihre perfiden Spielchen, die Misshandlungen, die Strafen. Und er will Rache … Die junge Journalistin Lara Birkenfeld recherchiert den Fall einer mysteriösen »Plattenbauleiche«, von dem ihre berufliche Zukunft abhängt und der ihr einfach keine Ruhe lässt. Denn dass gerade jetzt ihre Halluzinationen wieder auftreten, verheißt nichts Gutes, gar nichts Gutes. Inhalt: Er taucht in ihren schlimmsten Albträumen auf – und manchmal ist es sicherer, nicht zu erwachen … Immer wieder quälen grausame Albträume die Journalistin Lara Birkenfeld. Bruchstückhafte Szenen, in denen sie von einem perversen Täter nachts durch den Wald gehetzt wird. Dann stößt sie in der Redaktion auf einen Fall, der ihre diffusen Ahnungen in ein völlig neues Licht rückt. Und es bleibt nicht der einzige Mord dieser Art – die Opfer sind alle weiblich, jung, blond. Gemeinsam mit dem Psychologen Mark Grünthal nimmt Lara die Spur des Serienmörders auf. Und ihre erschreckenden Visionen werden beinahe Realität …
Inhalt: Eine fünfzehnjährige Schülerin aus Zwickau wurde vergewaltigt und erwürgt. Ihr Vater in dem festen Glauben, seine Tochter sei auch dieses Mal wieder bei Freunden untergetaucht beauftragt Tage später der Form halber, und um seine Frau zu beruhigen, die beiden Privatdetektive Doreen und Norbert mit der Suche. Während diese im Umfeld des Mädchens ermitteln, gerät eine weitere Schülerin in das Blickfeld des soziopathischen Täters. Gleichzeitig fallen diesem die Recherchen der Detektive auf und als sie ihm immer näher kommen, beschließt er, den Nachforschungen ein Ende zu bereiten und einen "kleinen Unfall" zu inszenieren ... Claudia Puhlfürst zeichnet gekonnt das beängstigende Psychogramm eines narzistischen Täters und bietet dem Leser zugleich außergewöhnlich tiefe Einblicke in dessen kranke Psyche. --- oder als E-Book --- |