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InterviewName Jörg Steinleitner Alter und Wohnort Geboren im Jahr 1971, lebt in Münschen und am Riegsee Internet www.steinleitner.com Herr Steinleitner, Sie haben eine ganze Menge studiert … Das stimmt, ich habe Jura studiert, außerdem habe ich ein Studium für das Lehramt an Gymnasien in Deutsch und Geschichte abgeschlossen sowie die Journalistenschule absolviert. Was/Wer hat Sie zum Schreiben gebracht? Die Begeisterung für das Lesen. Ich konnte schon als Kindergartenkind lesen und habe irgendwann angefangen selber Geschichten zu erfinden. Außerdem liebte ich schon als Kind Schrift und das Schreiben als manuellen Akt. Wie haben Sie das Schreiben gelernt? Durch das eigene Lesen und das Schreibenüben. Viel gebracht hat mir zudem mein Jurastudium, das mich zu einer präziseren Sprachbeobachtung angeregt hat. Außerdem habe ich mehrere Schreibwerkstätten geleitet, durch die ich selbst viel gelernt habe. Wenn man anderen etwas beibringen will, muss man sein eigenes Tun viel genauer reflektieren. Warum schreiben Sie Krimis? Weil diese literarische Form dem Autor viel Freiheit lässt. Zudem kann man auf witzige oder spannende Weise auf soziale Missstände hinweisen. Ich unternehme beim Schreiben aber auch gerne Ausflüge in andere literarische Genres. Ich schreibe ja auch Kolumnen und Reiseerzählungen. Wie gestalten Sie das Schreiben? Was ist Ihnen wichtig? Ich schreibe am Computer. Notizen mache ich mir auf Zetteln und in Notizbüchern, die ich leider oft verlege. Musik oder Gespräche anderer Menschen empfinde ich beim Schreiben als störend. Wenn meine Kinder im Haus laut sind, macht mir das aber nichts. Das ist Lärm, den ich gut ausblenden kann. Wie finden Sie Ihre Geschichte? Sie ist auf einmal einfach da. Viele Anregungen bekomme ich durch das Lesen von Zeitungen, Magazinen und Sachbüchern und durch das Belauschen und Beobachten anderer Menschen. Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? Bevor ich einen längeren Text anfange, entwerfe ich ein Exposé, das die wesentliche Handlung erzählt. Außerdem erfinde ich Kurzbiographien für die wichtigsten Charaktere. Beim Schreiben versuche ich mich dann an diese Vorgaben zu halten. Allerdings erlebe ich während der Niederschrift durchaus immer wieder Überraschungen. Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben? Das ist unterschiedlich. Manchmal bin ich schon angespannt und habe Versagensängste. Aber Gott sei Dank löst sich das während des Schreibens sofort. Und manchmal geht alles ganz leicht. Ihre Lesungen sind keine ganz normalen Literaturlesungen. Das stimmt. Wir treten meist zu dritt auf: Victoria Mayer, Helmut Sinz und ich. Victoria ist Schauspielerin – sie war jahrelang Kommissarin bei ZDF-Stolberg und hat auch schon im Tatort mitgespielt. Helmut ist Musiker und Komponist. Er macht Geräusche und spielt Akkordeon. Ich finde Lesungen, in denen nur vorgelesen wird immer ein bisschen langweilig. Deshalb lesen Victoria und ich im szenischen Wechsel. Das ist sehr lebendig. Manchmal wechseln wir uns mitten im Satz ab. Und Helmut hat eigens für unsere Lesungen eine Musik komponiert, die zwischen James Bond und bayerischem Ländler situiert ist. Bei jeder Lesung hat er neben seinem Akkordeon noch eine ganze Ikea-Tasche voller komischer Geräte dabei: einen Elektrorasierer, einen Luftballon, eine Kalimba, einen Kugelschreiber und vieles mehr. So machen die Lesungen richtig Spaß. Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen? Der war schon immer da. Wie haben Sie einen Verlag gefunden? Über den ehemaligen Verleger Thomas Kniffler, mit dem ich schon seit Jahren zusammen arbeite und der seine guten Kontakte für mich spielen ließ. Auf eigene Faust hat man fast keine Chance ein Manuskript bei einem großen Verlag unterzubringen. Man braucht einen Agenten - oder eben Thomas Kniffler. Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus? Da ich auch als Journalist und Rechtsanwalt arbeite und drei Kinder habe, die auch etwas von mir haben wollen, muss ich mir die Zeit genau einteilen. Wenn ich an einem größeren Roman arbeite, gehören die ersten zwei bis vier Arbeitsstunden eines Tages dem Roman. Danach kommt alles andere. Es ist für mich wichtig, dass ich mich morgens, quasi mit jungfräulicher Seele, an meinen Roman setze und mich nicht schon zu viel mit Alltagsärger herumgeschlagen habe. Meinen Sie, dass Bücher die Welt verändern können? Na klar! Auf jeden Fall machen Sie die Welt lebenswerter. Ohne Bücher wäre es doch schrecklich langweilig. Ob Bücher allerdings auch politisch etwas bewegen können, da bin ich mir nicht so sicher. In meinen Büchern versuche ich – bei aller Unterhaltung – jedenfalls immer auch mindestens ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema anzureißen. In „Tegernseer Seilschaften“ sind das Themen wie die Wirtschaftskrise und die Schwierigkeit, sich als alleinerziehende und arbeitende Mutter durchzuschlagen – das ist ja die Situation meiner Ermittlerin, der Polizeihauptmeisterin Anne Loop. Anne Loop ist schön wie Angelina Jolie, da müsste das Leben doch wunderbar leicht fallen? Klar ist sie schön und bekommt viele Avancen von Männern, aber sie ist halt in einen Hypochonder verliebt. Warum sie ausgerechnet diesen Doktoranden liebt, der sie so oft im Stich lässt, ist auch mir rätselhaft. Außerdem habe ich beobachtet, dass sich gerade besonders schöne Frauen gar nicht so leicht damit tun, einen Partner zu finden. An solche Frauen trauen sich oft nur die größten Deppen ran. Welchen Stellenwert nimmt das Schreiben bei Ihnen ein? Einen sehr hohen. Wichtiger sind mir nur meine Familie und Freunde. Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden? Es fällt mir etwas ein. Es muss mir etwas einfallen. Wenn Sie nicht schreiben, mit was beschäftigen Sie sich dann? In meiner Freizeit beschäftige ich mich am liebsten mit Essen und Schlafen. Zum Ausgleich treibe ich Sport. Interessieren tue ich mich für praktisch alles. Vor allem aber für Menschen. Deswegen spiele ich auch gerne und viel mit meinen drei Kindern. Wie verbringen Sie Ihren Urlaub? Möglichst ruhig, möglichst gutes Essen, möglichst viel Schlaf, möglichst viel Lesen. Wir fahren fast immer in die Toskana. Hin und wieder unternehmen wir eine Abenteuerreise, gerne in ein osteuropäisches Land, zuletzt war ich in St. Petersburg, wo ich im Goethe-Institut lesen durfte. Das habe ich dann mit einem Russland-Urlaub verbunden. Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? Finanzielle Unabhängigkeit. Nie wieder Krieg oder Wirtschaftskrise. Gerechtigkeit, Gesundheit und Glück für alle. Freibier. Eine Lederhose. oben      Home |
Buchvorstellungen - eine AuswahlInhalt: Ein Bauer wird erhängt im Wald aufgefunden. Polizeihauptmeisterin Anne Loop, neu am Tegernsee, glaubt nicht an Selbstmord. Sie vermutet, dass Ferdinand Fichtner vor seinem Tod ein Doppelleben führte, in dem geheime Geschäfte und erotische Verwicklungen eine Rolle spielten. Was wissen Fichtners Stammtischbrüder? Verheimlichen sie etwas? Und gibt es eine Verbindung zum Tod des Milliardärs, der eines Tages leblos in seinem Swimmingpool treibt? Anne Loop macht sich auf Spurensuche, und was sie entdeckt, ist so manchem ein Dorn im Auge ...
Inhalt: Gesammelte Kolummnen
Inhalt: Das Beste aus dem Leben des Juristen Knut Voll: 38 fein säuberlich in Paragraphen und Randnummern gefasste Kolumnen aus der Zeitschrift Life & Law. Mit über 100 satirischen Wiederholungsfragen fürs heimliche Üben, ausführlichem Stichwortverzeichnis und Illustrationen der Künstlerin Nana Klaass. |